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Spitzenpersonal im Risikomanagement 2019 sehr gefragt

Mit Beginn des neuen Jahres ist mit einer starken Steigerung der Nachfrage nach Risk- und Compliance-Talenten zu rechnen. Die nach wie vor unsichere Brexit-Situation, mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, setzt Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen zeitlich unter Zugzwang. Die Ausstattung der einzelnen Landesorganisationen bspw. in Paris, Dublin oder Frankfurt ist schnell vollbracht. Dagegen benötigt die Einstellung von Top-Personal mehr Zeit und in Anbetracht der anhaltenden Unsicherheit fühlen sich viele Institute gezwungen sofort zu handeln.

Talentflucht bleibt noch aus

„Bis jetzt blieb die Abwanderung der Talente aus London weitestgehend unter den prognostizierten Erwartungen,“ erzählt Patrick Schaeffner Experte im Bereich Risiko Management & Compliance bei Options Group in Frankfurt. Aus einem aktuellen Bloomberg-Artikel (1) geht hervor, dass die größten Banken der Welt weit weniger Beschäftigte ins Ausland verlegen werden, als vorerst geplant war. Ein Grund dafür, dass viele Mitarbeiter zunächst in England verbleiben ist das längerfristige Aufenthaltsrecht “leave to remain”, welches meist erst nach 10 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt in England verliehen wird. Erst dann ist es einem Ausländer gestattet außerhalb Großbritanniens in der Europäischen Union zu wohnen und entsprechend wieder zurück zu kommen. Diese Entwicklung der unzureichenden Flexibilität von Personal haben selbst die Experten von Options Group etwas unterschätzt. „Bis dato entstanden dennoch wenige Engpässe,” so Schaeffner. Beispielsweise hatten JPMorgan Chase & Co. ursprünglich geplant etwa 400 Personen zu verlegen, was nur 10 Prozent der ursprünglichen Schätzung von etwa 4000 entspricht. Die Deutsche Bank AG wird nach dem Brexit ebenfalls einige hundert Banker nach Frankfurt und in andere Städte verlegen, nicht aber jene 4000 wie zuvor geplant. Letztlich wird auch Morgan Stanley rund 280 Banker nach Paris und Frankfurt entsenden, wie Bloomberg im Dezember 2018 berichtete.

Von Bloomberg zusammengestellte Daten

Paris und Frankfurt gewinnen den Kampf, um Brexit-Bankiers

Mittelfristig ist davon auszugehen, dass sobald die Auswirkungen des Brexit und die politische Situation mehr Klarheit annehmen weitere Stellen hinzukommen. Der Think Tank Bruegel vermutet dies in Zusammenhang mit einem deutlichen Asset Transfer. Darüber hinaus könnte London so letztendlich 10.000 Arbeitsplätze im Bankwesen und 20.000 Rollen im Finanzdienstleistungssektor verlieren, da Kunden, laut Think-Tank Bruegel, Vermögenswerte in Höhe von 1,8 Billionen Euro ($2,1 Billionen) aus dem Vereinigten Königreich nach Kontinentaleuropa bringen.

Von Bloomberg zusammengestellte Daten

Gefährdete Jobs basierend auf den verfügbaren Daten

Von Bloomberg zusammengestellte Daten

Schaeffner merkt an, „bereits zum jetzigen Zeitpunkt verzeichnen wir eine Gehaltssteigerung von mehr als 20% für Senior Risk Officers, aufgrund des ansteigenden Talentwettbewerbes. Zum Teil ist es auf den großen Umzugsbonus zurückzuführen”. In Bezug auf Risk und Compliance (auf der mittleren, funktionalen Ebene) haben große Investmentbanken neue Gehaltsniveaus geschaffen, aufgrund derer lokale Akteure Schwierigkeiten haben mitzuhalten. Darüber hinaus wächst der Wettbewerb um quantitatives Spitzenpersonal, welches ein gutes Verständnis für Technologie und Automatisierung von Risikobewertungen von Krediten und anderen Assets vorweisen kann. Vor allem Hedge-Fonds rekrutieren derzeit Top-Talente mit diesen Fähigkeiten direkt von der Universität, damit Ausnahmetalente bereits so früh, wie möglich abgegriffen werden. Da auch Fintech-Unternehmen zunehmend den Markt bestimmen und bei jungen Absolventen sehr beliebt sind, steigt der Bedarf an Talenten überproportional. „Technologie-Kenntnisse sind zukünftig der Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere”, bestätigt Schaeffner. Doch nicht nur die Fintech-Unternehmen drängen auf den Markt, auch im Zuge des Brexit sind weitere Marktteilnehmer nach Frankfurt gekommen, die um Spitzentalente buhlen. Einige Banken haben Frankfurt als regionales Zentrum ausgewählt oder bauen ihre Repräsentanz im Rahmen des Brexit dort deutlich aus.

(1) Finch, Gavin; Warren, Hayley; Coulter, Tim (2018): The Great Brexit Banker Exodus That Wasn’t.

About the Author Patrick Schaeffner

Patrick Schäffner ist seit November 2017 Teil der Options Group in Frankfurt und betreut dort den Bereich Risk & Compliance. Zuvor war er bereits erfolgreich in einer Personalberatung tätig und konnte dort branchenübergreifende Kenntnisse aufbauen. Durch die Betreuung von Banken, Beratungen und Industriekunden im DAX kann Herr Schäffner auf ein breites Netzwerk zurückgreifen. Seine Freizeit verbringt er mit einem MBA-Aufbaustudium sowie Fitness und Handball. E-Mail: pschaeffner@optionsgroup.com Tel.: +49 69 9719 4135

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